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Unfortunatly we can only provide this information in German.
Unterstützt
durch das Forschungsförderungprogramm des Landes und in
Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Mathematik arbeiten
wir an dem
Projekt "digitale Vorausentzerrung von nichtlinearen Verzerrungen
in kleinen
Bassgehäusen"
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Abschlussbericht
Modellierung, Simulation und digitale Vorausentzerrung
nichtlinearer Effekte in kompakten
Lautsprechergehäusen ( ISB 3.304 - 1076 )
I. Zusammenfassung
Die
KS Beschallungstechnik GmbH ist ein kleines Unternehmen das sich
auf dem
Gebiet der professionellen Tonübertragungstechnik betätigt.
Nachdem in den
letzten Jahren gewaltige Schritte bei der Verbesserung der Aufnahme-
und der
elektrischen Übertragungstechnik erzielt wurden, ist die Umwandlung
dieser
analogen oder digitalen elektrischen Signale in akustische Energie
noch immer
mit großen zum Teil prinzipiellen Schwächen behaftet.
Seit über 2 Jahrzehnten
wird bei KS auf vielfältige Weise an der Verbesserung dieser
elektroakustischen
Wandlung unter Zuhilfenahme von elektronischen Regelkreisen oder
Vorausentzerrungen gearbeitet. Zuletzt wurden sogenante FIR Filter
zur digitalen
Vorausentzerrung von Mittel-/ Hochtonlautsprechern im Zeitbereich
eingesetzt.
Hierbei wurde unter Anderem erkannt, dass Verzerrungen im Zeitbereich
besonders kritisch sind aber in der Vergangenheit nur geringe Beachtung
fanden,
da ihre Bearbeitung nicht möglich erschien.
Das
vorliegende Projekt beschäftigte sich nun mit der digitalen
Signalbearbeitung
tiefer Frequenzen mit dem Ziel, lineare, nichtlineare und transiente
Verzerrungen
wie sie in kleinen effizienten Bassreflex-Lautsprechern hoher Leistung
auftreten
zu vermeiden oder deutlich zu minimieren.
Der Ansatz ist das Nachbilden eines solchen Lautsprechers inclusive
des
Gehäuses und der in der Reflexöffnung schwingenden Luftsäule
als
mathemathisches Modell, vorausschauendes Berechnen des zu erwartenden
Fehlers im Schalldruckverlauf in Echtzeit mit Hilfe eines speziellen
Digitalen
Signal Prozessors (DSP), und Korrektur der dem Lautsprecher zugeführten
elektrischen Spannung in der Weise, dass der tasächlich verbleibende
Fehler
minimal wird. Im Folgenden wird dieser Prozess Regler
genannt.
Im Verlauf des Projekts wurde die zugrundeliegende Idee in allen
Teilbereichen
realisiert, und die gewünschten Verbesserungen qualitativ erzielt.
Für den
praktischen Einsatz in Produkten der KS Beschallungstechnik GmbH
sind noch
Verbesserungen in der Genauigkeit des Verfahrens und hinsichtlich
der
Herstellungskosten notwendig.
II. Arbeitsbereiche
Aus einer durchgeführten Vorstudie war bekannt, dass sich grundsätzlich
folgende Aufgaben stellen:
- Einen
für den vorgesehenen Einsatz bereits elektroakustisch optimal
erscheinenden Lautsprecher anhand von Reihenuntersuchungen an
Prototypen zu ermitteln und diesen als mathematisches Modell darzustellen.
- Einen
Regler als rein mathematische Lösung zu entwerfen, der mit
einem
Optimum an kurzer Reaktionszeit, minimalem Fehler und geringstmöglichem
Energieeintrag den Schalldruckverlauf dem Referenzsignal nachführt
- Einen
digitalen Signalprozessor zu entwickeln und ein Betriebssystem
dafür zu
erstellen das in der Lage ist den o.a. Regler in Echtzeit zu berechnen
- Einen
NF-Verstärker zu konstruieren der die hohen erforderlichen
Energieimpulse liefern kann, ohne unwirtschaftlich hohe Verlustleistungen
zu
erzeugen
- Die
vollständige Kette funktionsfähiger Prototypen aufzubauen
und daran
Vergleichsmessungen durchzuführen
Diese Aufgaben wurden auf die Projektbeteiligten KS Beschallungstechnik
GmbH,
ITWM und KS digital GmbH schwerpunktartig verteilt und das Projekt
in enger
Zusammenarbeit durchgeführt.
III. Theoretische Lösung
Aufgabe des zu entwickelden Reglers ist es, die Spannung an der
Schwingspule
so zu setzen, dass einerseits der abgestrahlte Schalldruck dem Eingangssignal
möglichst genau folgt und andererseits die elektrische und
mechanische
Belastung unkritisch bleibt. Kontrolltheoretisch handelt es sich
also um das
Problem einer optimalen Nachführung. Die gebotene Qualität
dieser Nachführung,
die ausgeprägte nichtlineare Eigendynamik eines Bassreflexlautsprechers
und die
Echtzeitberechnung stellen eine Herausforderung dar, der selbst
Regler nicht
gerecht werden, die speziell für nichtlineare Systeme entwickelt
wurden. So sieht
z. B. das Prinzip der Feedback-Linearisierung (Mirror Filter) keinen
Mechanismus
zur Energiebegrenzung vor.
Das am Fraunhofer ITWM entwickelte Konzept verallgemeinert das Prinzip
der
optimalen linearen Ausgangsrückführung. Basis ist ein
nichtlineares
Zustandsraummodell des Lautsprechers. Es beschreibt, wie sich dessen
Zustandsgrößen, z.B. Strom oder Membranauslenkung, mit
der Steuerspannung
ändern. Insbesondere erlaubt es, den Schalldruck als Funktion
von
Steuerspannung und Anfangszustand vorherzusagen. Diese Vorhersage
lässt
sich mit einem einige Millisekunden vor-weggenommenen Abschnitt
des
Eingangssignals vergleichen. Die Steuerspannung wird schließlich
so gewählt,
dass einerseits diese Abweichung und andererseits die im Lautsprecher
gespeicherte Energie möglichst klein bleiben. Das zentrale
Problem liegt darin,
die auftretenden Differenzialgleichungen und Optimierungsprobleme
symbolisch
so zu approximieren, dass die gesuchte Spannung als Polynom in
Anfangszustand und Eingangssignalen vorliegt. Dies gelingt durch
unkonventionelle Kopplung von Computeralgebra und asymptotischer
Analysis.
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| Abb.1
Prinzip des Reglers |
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Um
das Regelungskonzept relativ einfach auf einem DSP umsetzen zu können,
wurden am Fraunhofer ITWM Hilfsprogramme erstellt, die benötigte
Arbeitsschritte automatisieren, von der Identifikation des nichtlinearen
Zustandsraummodells aus Messungen bis hin zur Ausgabe der
Polynomkoeffizienten, die den Regler ausmachen. Verhält sich
der geregelte
Basslautsprecher wie in der Simulation, dann wird die Klangtreue der
im Mitten- und
Hochtonbereich durch FIR-Filter erreichten nicht nachstehen. |
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IV. Die Komponenten
Anhand von Reihenuntersuchungen an einer Vielzahl von Gehäuseformen
und
Lautsprecherchassis wurde zunächst ein Optimum an elektro-akustischen
Parametern gesucht, das sich für eine elektronische Entzerrung
eignet. D.h. es
sollten in der Konstruktion nicht bereits pysikalisch unbegründete
Einschränkungen, und keine optischen oder praktischen Beschränkungen
vorliegen.
Für die weitere Entwicklung und den anschließenden Prototyp
wurde schließlich
eine Gehäuseform gewählt die bedingt durch ihre 5-ckige
Grundform und eine im
Innern pyramidenförmige Rückseite keine parallelen Flächen
aufweist. Die
Bassreflexöffnung liegt hier der anregenden Membran gegenüber
was ebenso wie
die starken Verrundungen an den Öffnungsenden zu einer möglichst
verlustfreien
Resonanz des Gehäuses beiträgt.
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| Abb.2
Testlautsprecher |
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Als
Treiber wurde ein 12-Chassis des Herstellers JBL eingesetzt,
das neben
einer langen Schwingspule eine faserverstärkte sehr steife Membran
und eine
hohe elektrische Belastbarkeit aufweist. |
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Während
der Messreihen fiel wieder ein bekanntes Phänomen auf, nämlich
die
direkte Abhängigkeit des Schalldrucks für Frequenzen im
Bereich der
Gehäuseresonanz von der Form des Reflextunnels. Dieses nichtlineare
Phänomen lässt sich mit kommerzieller Akustiksoftware
nicht simulieren, da diese
auf der linearen Helmholtz-Gleichung gründet. Am Fraunhofer
ITWM wurde daher
eine Approximation der Euler-Gleichungen abgeleitet, die die
Membranauslenkung in zweiter Ordnung berücksichtigt. Es zeigt
sich, dass
sowohl Orte hohen Drucks als auch Gebiete, über denen sich
die Geschwindigkeit
rasch ändert, Quellen störender Obertöne sind. Die
neuen Gleichungen wurden
unter Femlab implementiert, einem kommerziellen Finite Elemente-Paket.
Die
nichtlineare Schallfeldsimulation entlarvt insbesondere nicht hinreichend
abgerundete Enden des Reflexrohrs als störend. Dies ist seit
langem bekannt,
kann nun aber auch quantitativ erfasst werden. Der numerische Zusatzaufwand
gegenüber einer linearen Akustiksimulation ist gering; lediglich
eine weitere
inhomogene Helmholtz-Gleichung ist zu lösen.
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| Abb.3
Druckverteilung imTestlautsprecher |
Eine
weitere wesentliche Komponente bei der Realisierung des Verfahrens
ist der
digitale Signalprozessor (DSP). Bei KS digital wurde zunächst
eine
Markterhebung und eine Abschätzung der benötigten Rechenleistung
durchgeführt mit dem Ergebnis, dass ein Prozessor aus der SHARC
Familie des
Herstellers Analog Devices derzeit über die optimalen Eigenschaften
verfügt und
in so großer Stückzahl gefertigt wird dass ein Einsatz
in der Beschallungstechnik
wirtschaftlich vertretbar scheint. |
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| Abb.4
Rechnerbaugruppe mit SHARC |
Für
diesen DSP wurden dann passende Peripherie Bausteine ausgesucht und
damit bei KS digital eine eigenständige Rechnerplatine entwickelt.
Eine bei KS
Beschallungstechnik entworfene Grundplatine (Motherboard) trägt
die notwendige
Stromversorgung, die A/D und D/A Signalwandler sowie
Programmier-Schnittstelle und Steuerlogik.
Erste Simulationen des Reglers ergaben die Notwendigkeit zur Linearisierung
des
Impulsverhaltens (transiente Verzerrungen) kurzzeitig weitaus höhere
Klemmen-Spannungen am Lautsprecher-Chassis zur Verfügung zu stellen
als sie
im Betrieb ohne Regler auftreten. Dies ist sofort aus einfachen Physikalischen
Überlegungen nachzuvollziehen: Die bewegte Masse aus Membran
und
Schwingspule besitzt eine Trägheit, die nur mit großer
Kraft zu beschleunigen ist.
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Abb.5
Ausgangsspg.
des Reglers bei einem
toneburst als
Referenzsignal |
Nun ist es mit heutiger Halbleitetechnik grundsätzlich möglich
auch NF-Verstärker
mit sehr hoher Leistung (>2000W) herzustellen. Jedoch ist es völlig
unwirtschaftlich für Impulse kurzer Dauer (ESD < 10%) diese
Leistung dauerhaft
zur Verfügung zu stellen. Es wurde also nach einer Schaltung
gesucht die diese
Bedingungen erfüllt. Als Ergebnis dieser Entwicklung steht heute
ein
Leistungsverstärker zur Verfügung, der ein Netzteil mit
einer kleineren festen
Betriebsspannung besitzt ausreichend für die Dauerleistung des
Lautsprechers,
Aussteuerungsspitzen vom NF-Signal geführt bis zur doppelten
Höhe (4-fache
Ausgangs-Leistung) ansteigen kann. Mit zwei der unten abgebildeten
Module in
Brückenschaltung können kurzzeitig 130Veff oder mehr als
4200W an 4Ohm
erzeugt werden. |
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| Abb.6
Leistungsverstärker-Baugruppe |
V.
Realisierung des Reglers
Zunächst wurde am ITWM ein Algorithmus entwickelt, der aus dem
Lautsprechermodell mit allen variablen Parametern, der Eingangsspannung
als
Referenzwert und den vorgegebenen Grenzen an max. Leistungseintrag
in die
Schwingspule, max. zulässiger Vorausschaudauer und minimaler
Abweichung
des Schalldrucks in Betrag und Phase die dem Leistungsverstärker
zuzuführende
Spannung ausgibt. Dessen Herleitung ist detailliert im 1. Quartalsbericht
beschrieben. |
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Bei
KS digital wurde parallel hierzu ein Betriebssystem für den
Prozessoer
ADSP21065L entwickelt, in das anschließend obiger Algorithmus
implementiert
wurde. Hierzu war eine Vielzahl einzelner Arbeitsschritte notwendig
wie z.B.:
- Untergliederung
in einzelne Teilalgorithmen,
- Testweise
Programmierung in Assembler und C++ auf dem Digitalen
Signalprocessor
- Programmierung
und Test der Teilalgorithmen
- Integration
der Teilalgorithmen in Main-Routine mit Aufrufen
- Assemblerprogramm
zum Benchmarktest
- Erstellen
eines Linkercommand File zur Bestimmung der Speicherarchitektur
- Optimierung
durch Speichermanagement
Die anschießende Berechnung der Steuerspannung durch Vorgabe
der
Referenzwerte und des Stromes an der Schwingspule erbrachte folgende
Ergebnisse:
- Die
auf dem DSP berechneten Steuerspannungen stimmen mit den
Ergebnissen der Simulation auf dem PC hundertprozentig überein
- Der
interne Speicher des DSPs wird ohne Speicheroptimierung zu 98%
belegt.
Eine Optimierung des Algorithmuses in Bezug auf die
Verarbeitungsgeschwindigkeit ist Speicher-neutral und erhöht
somit den
Speicheroverhead (Reserve) nicht.
- Der
DSP ist durch den reinen Regelprozess ca. fünfzig Prozent
ausgelastet -
bei der vorgegebenen Abtastrate von 400Hz oder 441 Hz. Der vollständige
Code findet sich in den Quartalsberichten.
Bei der KS GmbH wurden in dieser Zeit Messreihen zur Identifikation
der
tatsächlichen Parameter des Test-Lautsprechers durchgeführt.
Dies erwies sich
als außerordentlich schwierig, da zunächst völlig
unbekannt war welche
Teilschwinger in welchem Verhältnis zueinnader und bei welcher
Signalstärke
wirksam sind. Ein Vergleich der Nichtlinearitäten im eingeschwungenen
Zustand
bei zwei Pegeln gleicher Frequenz zeigen die folgenden Spektren:
Die
Harmonischen variieren um bis zu 40dB gegenüber der Grundschwingung
und
erreichen maximal 10% hiervon. Es war daher zunächst nicht
eindeutig zwischen
Messfehlern und kleinen Messwerten zu unterscheiden.
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| Abb.7
Obertonspectren bei 100facher Leistungserhöhung |
Letztendlich
konnte aber mit Hilfe eines automatischen Analyseprogramms aus
einigen typischen Zeitverläufen ein übereinstimmender Parametersatz
gewonnen
werden. Der hier abgebildete Verlauf einer 40Hz Schwingung enthält
bereits bei
mittlerem Schalldruck erkennbare Harmonische: |
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| Abb.8
Schalldruck vor der Membran |
Das
Modell musste daraufhin um einige schwingende Elemente erweitert werden
und lieferte dann die vorausberechneten Verbesserungen. |
VI.
Ergebnisse
Zur Beurteilung der erzielten Qualitätsverbesserung wurde das
Verhalten des
Gesamtsystems bei Anregung mit einem sich sprunghaft veränderten
Tonsignal analysiert. Es können hier sehr gut die Veränderungen
im Ein- und
Ausschwingverhalten, aber auch die im eingeschwungenden Zustand verbleibenden
Signalverzerrungen, beobachtet werden. Als Messgerät kam ein
am Institut für
Akustik der RWTH in Aachen entwickeltes weltweit einmaliges Produkt
zum
Einsatz. Sowohl die Synthese beliebiger Testsignale als auch die Analyse
aller in
der NF-Elektronik, der Elektro-Akustik und der Raum-Akustik kann damit
durchgeführt werden. Die Zusammenarbeit von mit einem der dortigen
Pioniere,
Herrn Dr. A. Goertz ist seit Jahren Bestandteil der Entwicklungsarbeit
bei KS. |
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| Abb.9
Ein- und Ausschwingen eines 50Hz Signals |
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Das
Verhalten des entzerrten Lautsprechers zeigt wesentlich geringere
Abweichungen bei einer sprunghaften Änderung des Eingangsignals.
Die
Vorgänge werden bei einem 50Hz Signal um wenigstens 70% verkürzt.
Auch der
verbleibende Anteil der 2. Harmonischen ist hier kaum noch erkennbar.
Dass der
gemessene Schalldruckverlauf nicht einer ein- und wieder
aus-geschalteten
Sinusschwingung entspricht darf indessen nicht verwundern, da der
Tiefton-
Lautsprecher nur innerhalb bestimmter Frequenzgrenzen (hier 20-200Hz)
arbeitet
und somit das Signal weder unendlich schnell noch mit Gleichanteil
übertragen
kann. Dies stellt für den beabsichtigten Einsatz jedoch keinen
Fehler dar.
Nicht erwähnt wurde bisher der üblicherweise zur Beschreibung
des
Übertragungsverhaltens benutzte Begriff des Frequenzganges.
Er stellt
tatsächlich nur einen Teilaspekt dar, der mit relativ einfachen
Mitteln korrigierbar
ist und mit dem hier beschriebenen Verfahren selbstverständlich
ebenfalls
linearisiert wird.
Für die praktische Anwedung des Verfahrens sind noch einige
Gesichtspunkte zu
beachten:
Die Abtastrate eines digitalisierten Audio-Signals liegt im Bereich
44,1kHz (CD)
bis 192kHz (Studio-Aufnahme) Die komplexen Berechnungen können
aber mit
heutigen DSPs nicht im Zeitraum < 22µs ausgeführt
werden. Dies ist auch absolut
unnötig, da nur tiefe Frequenzen bearbeitet werden. Es genügt
also wenn die
errechneten Werte ausreichend oft zur Rekonstruktion der höchsten
zu
übertragenden Frequenz (z.B. 400Hz) zur Verfügung stehen.
Die Binärwerte der
dazwischen liegenden Samples wurden hier auf elegante Weise durch
eine
SPLINE Funktion erzeugt und mit 44,1kHz ausgegeben.
Dem Berechnungsprozess dürfen aber auf der Eingangsseite nicht
mehr
Abtastwerte zugeführt werden als berechenbar sind da sonst
Spiegelfrequenzen
auftreten. Es ist also ein Tiefpassfilter voranzuschalten dessen
Grenzfrequenz die
nutzbare Bandbreite einschränkt, wenn nicht in Kauf genommen
werden soll dass
hierdurch zusätzliche Laufzeitverzerrungen entstehen.
Die oben schon erwähnte erforderliche hohe Aussteuerbarkeit
des
Leistungsverstärkers zeigt sich am gemessenen Ausgangssignal
des Reglers:
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Abb.10
Reaktion des Reglers auf einen 60Hz-toneburst
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Die
sorgfältige Auswahl des Chassis und eines optimal abgestimmten
Gehäuses
werden also durch das Verfahren nicht ersetzt sondern nur wirkungsvoll
ergänzt,
da andernfalls die zusätzlich benötigte elektrische Energie
einerseits den
Lautsprecher zerstören und andererseits einen unwirtschaftlich
leistungsfähigen
Verstärker erfordern würde.
KS
BESCHALLUNGSTECHNIK GMBH - 67310 HETTENLEIDELHEIM - TEL 06351 44088
- FAX 06351 8355
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